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Stand.punkt
«Holz und Steinwolle passen hervorragend zusammen»
Das Unternehmen Flumroc produziert seit 1950 Dämmplatten aus Steinwolle und ist seit 2025 Verbandspartner von Holzbau Schweiz. In einem Interview mit Geschäftsführer Damian Gort sprachen wir unter anderem darüber, wie Steinwolle überhaupt gewonnen wird, woher das Ausgangsmaterial dafür stammt und warum sich die Investition in den weltgrössten Elektroschmelzofen gelohnt hat.
Interview Susanne Lieber | Foto zVg
Herr Gort, die Flumroc AG ist schon länger Leistungspartner von Holzbau Schweiz. Seit 2025 sind Sie nun sogar Verbandspartner. Was hat Sie bewogen, noch enger zusammenzuspannen?
Der Holzbau hat in der Schweiz eine zentrale Bedeutung, nicht nur aus kultureller Sicht. Die Holzbauunternehmen sind für uns seit jeher eine wichtige und verlässliche Kundengruppe. Die Partnerschaft ist über die Jahre gewachsen – der Schritt zur Verbandspartnerschaft war insofern eine logische Konsequenz. Holz und Steinwolle passen hervorragend zusammen. Beide Baustoffe basieren auf natürlichen Rohstoffen und ergänzen sich dort, wo es entscheidend ist. Steinwolle schützt Holz, ohne seine konstruktiven Vorteile einzuschränken. Uns geht es um langlebige, sichere und nachhaltige Bauten.
Im letzten Jahr hat Flumroc den weltgrössten Elektroschmelzofen für Steinwolle in Betrieb genommen. Welche Dimensionen muss man sich dabei vorstellen? Und was leistet dieser im Vergleich zu anderen Elektroschmelzöfen?
Der Elektroschmelzofen in Flums (SG) ist eine Grossanlage – er erstreckt sich über mehrere Stockwerke. Im Innern brodeln rund 150 Tonnen geschmolzenes Gestein bei einer Temperatur von etwa 1500 °C. Der Ofen ist weltweit einzigartig – nicht nur aufgrund seiner Grösse, sondern auch, weil er zwei Produktionslinien gleichzeitig versorgt. Betrieben wird die Anlage zu 100 Prozent mit Strom aus Schweizer Wasserkraft. Durch die Umstellung von einem fossilen auf einen elektrischen Schmelzprozess konnten wir die CO2-Emissionen in diesem Produktionsschritt um rund 80 Prozent reduzieren. Damit gehört die Schweizer Steinwolle heute zu den Dämmstoffen mit den geringsten Treibhausgasemissionen und der niedrigsten grauen Energie. Für uns ist das eine klare
Investition in die Zukunft des nachhaltigen Bauens.
Flumroc nutzt zur Herstellung Gestein aus der Schweiz und dem nahen Ausland. Um welches Gestein handelt es sich dabei und aus welcher Region kommt es?
Für unsere Steinwolle verwenden wir eine Rezeptur aus verschiedenen Gesteinen. Ein Teil stammt aus Felsberg in Graubünden,
weiteres Gestein aus Österreich, ergänzt mit Gestein aus der Vulkaneifel (DE). Wichtig ist aber auch der hohe Anteil an Recyclingsteinwolle, die bereits seit über 30 Jahren beigemischt wird. Die genaue Zusammensetzung gehört allerdings zu unserem Produktions-Know-how. Oder anders gesagt: So wie beim Appenzeller Käse bleibt das Rezept unser
Betriebsgeheimnis.
Wie wird aus Stein überhaupt Steinwolle?
Mit dem Strom aus verifizierter Schweizer Wasserkraft schmelzen wir den Stein und das Recyclingmehl in unserem hochmodernen Elektroschmelzofen. Der Strom wird über Elektroden direkt in das Schmelzbad geleitet. Die Schmelze fliesst aus dem Ofen über eine Spinnmaschine und wird zu Fasern versponnen, die dann in der Sammelkammer aufgefangen und zu einem endlosen Teppich auf ein Förderband gelegt werden. Der Steinwolleteppich härtet anschliessend im Härteofen aus. Dann folgt der Zuschnitt, bei dem wir die Dämmplatten längs und quer auf das gewünschte Format bringen. Alle Produktionsreste werden gesammelt und mit dem Recyclingmaterial aus Baustellenabschnitten und Rückbauten wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt. Abschliessend verpacken wir die fertigen Dämmplatten und liefern sie aus.
An welchen Produkt(weiter)entwicklungen arbeitet Flumroc zurzeit?
Die Verbesserung unserer bestehenden Produkte ist ein sehr wichtiges und aktuelles Thema für uns. In den letzten Jahren haben wir uns wegen der Umstellung auf den Elektroschmelzofen vor allem auf Innovationen in der Technik konzentriert, jetzt widmen wir uns wieder den Produkten. Die Ideen gehen uns dabei nicht aus. Es ist auch ganz wichtig, dass wir uns von Kunden und vom Markt inspirieren und leiten lassen können.
Damian Gort
Aufgewachsen in Flums, absolvierte Damian Gort (*1980) zunächst eine kaufmännische Lehre und studierte anschliessend an der Fachhochschule St. Gallen Betriebswirtschaft. Bereits seit 2006 ist er für das Unternehmen Flumroc tätig – zunächst im Bereich Finanzen, später als kaufmännischer Leiter. Seit 2019 ist Damian Gort Geschäftsführer von Flumroc. Das Unternehmen beschäftigt an seinem
Firmensitz in Flums rund 220 Mitarbeitende. flumroc.ch









